Wie friedlich wir in zwanzig Jahren zusammenleben, entscheidet sich heute in den Klassen der 10- bis 14-Jährigen.

Friedenspraxis – Verein für präventive Friedensbildung

Worum es geht

In diesem Alter lernen wir, mit Widerständen umzugehen: mit Frust, Langeweile, Widerspruch.

Handy, Social Media und KI nehmen Jugendlichen diese Übung heute oft ab. Friedenspraxis holt sie zurück in die Klasse und trainiert, was Frieden braucht:

wahrnehmenregulierenkommunizierenkooperieren

Denn Frieden ist: eine Wahl haben.

Was wir wollen

Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss.
Oskar Negt

Die Grundvoraussetzung: Wer Spannung in sich und mit anderen regulieren kann, kann zuhören, widersprechen und mit anderen kooperieren. Das üben wir.

Wie wir arbeiten

Eine Reihe für ganze Klassen

Friedenspraxis ist eine Workshopreihe für ganze Klassen der Sekundarstufe I. Sie baut auf vier Elementen auf.

  1. Wahrnehmen

    Innere Spannung erkennen, bevor daraus eine automatische Reaktion wird.

  2. Regulieren

    Handlungsfähig bleiben, wenn der Druck steigt.

  3. Kommunizieren

    Unter Druck klar bleiben und trotzdem in Beziehung bleiben.

  4. Kooperieren

    Gemeinsam entscheiden, auch wenn es keine eindeutige Antwort gibt.

Gemeinsames Projekt

Durch die Reihe zieht sich ein Projekt, das sich die Klasse selbst vornimmt. Wahrnehmen, Regulieren und Kommunizieren bekommen damit einen Zweck. Am Ende setzt die Klasse ihr Projekt gemeinsam um.

Lehrperson dabei

Die Lehrperson ist eingebunden und bei allen Workshops dabei. So bleiben Rituale, Material und Erfahrung in der Klasse, wenn wir wieder gehen.

Methodik

Wir stützen uns auf das Dialektisch-Behaviorale Skillstraining, Mediation, systemisches Coaching, Erlebnispädagogik, den Klassenrat, interkulturelle und gendersensible Arbeit.

Unsere Haltung

Wofür wir stehen

  1. 1

    Frieden ist: eine Wahl haben.

    Wer friedenskompetent ist, bleibt unter Druck handlungs- und entscheidungsfähig.

  2. 2

    Spüren zuerst

    Wir lernen aus Erfahrung, nicht aus Vorträgen. Jede Übung beginnt mit etwas, das im Körper oder in der Gruppe passiert. Der Input dient der Erfahrung.

  3. 3

    Zuhören und validieren

    Jugendliche brauchen von uns mehr als Belehrung. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen gleichwürdig begegnen, zuhören und ernst nehmen, was schon da ist. Daran schärfen sie ihre eigene Meinung und ihr Wissen und lernen, beides anderen mitzuteilen.

  4. 4

    Für alle

    Wir arbeiten mit der ganzen Klasse, nicht mit Ausgewählten. Niemand muss die richtige Gesinnung mitbringen, um dazuzugehören. Wir geben keine politische Linie vor. Wir vermitteln Fertigkeiten und eine Haltung im Umgang miteinander. Unverhandelbar ist der Rahmen: Würde und Gewaltfreiheit.

  5. 5

    Sowohl-als-auch

    Zwei Dinge können gleichzeitig wahr sein. Ich darf wütend sein und muss trotzdem niemanden verletzen. Für mich einstehen und trotzdem in Beziehung bleiben.

  6. 6

    Lehrende sind auch Lernende

    Das gilt für unsere Trainer:innen wie für die Lehrpersonen. Wir lernen von den Jugendlichen, mit denen wir arbeiten.

  7. 7

    Was bleibt, zählt

    Kein Workshop ohne Wirkung und Spur in der Klasse: Die Lehrpersonen sind eingebunden, Rituale und Material bleiben.

Was wir nicht tun

  • Keine Therapie. Wir arbeiten vorbeugend mit ganzen Klassen.
  • Keine Gesinnungsbildung. Wir üben Fertigkeiten und geben keine „richtige“ Meinung vor.
  • Keine Einmal-Vorträge. Friedenspraxis schafft Nachhaltigkeit durch Verankerung in der Klasse.
  • Kein Ersatz für Schulpsychologie oder Krisenhilfe.

Bei uns gilt

  • Jede Übung ist freiwillig.
  • Die Lehrperson ist bei allen Workshops dabei.
  • Vorab klären wir mit der Schule, was die Klasse selbst entscheiden kann, damit gemeinsame Beschlüsse auch umgesetzt werden können.
  • Wir sprechen über Fertigkeiten, nicht über Diagnosen.
  • Kinderschutz ist verbindlich geregelt: Kinderschutzkonzept mit externer, unabhängiger Beschwerdestelle, Verhaltenskodex, Notfallkonzept und eine Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge für alle, die bei uns mit Jugendlichen arbeiten.

Wirkung und Transparenz

Die Reihe baut auf klinisch validierten Methoden auf, vor allem auf dem Dialektisch-Behavioralen Skillstraining, auf umfassenden Auswertungen aktueller Studien zu Lage und Bedürfnissen der Altersgruppe und auf zwanzig Jahren praktischer Arbeit mit Jugendlichen. Den Piloten werten wir mit einer Messung vor und nach der Reihe aus. Der Aufbau und die Pilotphase sind bereits finanziert.

Wer wir sind

Das Team

Porträt Stefan Casanova Stua

Stefan Casanova Stua

Obmann · Gründer

Zwei Jahrzehnte Praxis an der Nahtstelle von Pädagogik, Jugendarbeit und Konfliktbegleitung: Jugendzentrumsleitung, Entwicklung und Leitung von Projekten für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche (AFIT, MOFA), interkulturelle Workshops an Berufsschulen, Mediationen. Pädagoge, Mediator, systemischer Coach, Dialektisch-Behavioraler Skillstrainer (DBT), ADHS-Trainer, Traumapädagoge.

LinkedIn
Porträt David Schwarz

David Schwarz

Obmann-Stellvertreter · Kassier · Gründer

Pädagoge mit langjähriger Leitungserfahrung im Verein Wiener Jugendzentren. Seit August 2022 im Team des Wiener Bildungsversprechens, eines Programms der Stadt Wien in Kooperation mit der Bildungsdirektion für Wien und der PH Wien, zuständig für Programmentwicklung, Prozessbegleitung und Qualitätssicherung im Bereich Schulentwicklung.

LinkedIn

Wir bauen ein Team auf

Wer jetzt einsteigt, baut mit auf und gestaltet mit. Wir suchen Menschen, die mit Jugendlichen Beziehung aufbauen können und unsere Haltung teilen.